Verlustverrechnung

#1 von kumpel ( Gast ) , 15.11.2022 08:55

Hallo zusammen,

ich hoffe jemand hat plausible Erklärung für mein Problem, ich habe vor kurzem US-Aktien im Wert von 2000 $ mit einem Verlust von ca. 50% vekauft, praktisch 1000 $ Verlust eingefahren, davor habe ich in diesem Jahr ebenfalls mit US-Aktien ein Gewinn erzielt, und musste daraufhin ca.4000$ Steuer zahlen. Nach meinem Verständnis sollte ich 1000$ Steuer zurückerstattet bekommen, mir wurde aber nur 260 $ zurückerstattet.
Die Frage ist hat es was mit US-Aktien zu tun? oder ich habe falsch verstanden den Verlustverrechung - man zahlt nicht nur auf Gewinne Steuer. Oder hat mein Brocker (ING-Diba) falsch verrechnet, oder wird was am Jahresende umgerechnet.
Bitte teilt eure Erfahrung, wie war es bei euch in solchen Situationen.


kumpel

RE: Verlustverrechnung

#2 von Bullish ( Gast ) , 15.11.2022 13:04

Dann hast du die Verlustverrechnung nicht richtig verstanden.

Wenn du 4000 Steuern auf Gewinne zahlst, hast du 16000 Gewinn gemacht - Soli bleibt mal außen vor. Machst du jetzt 1000 Verlust, werden die von den 16000 Gewinn abgezogen und du bezahlst entsprechend weniger Steuern.

In deinem Fall versteuerst du nur noch 15000 und zahlst dafür 3750 an Steuern. Die Differenz von 250 zahlt dir die Diba aus.

Hinweis: Am Jahresende verfallen zu verrechnende Gewinne, aufgelaufene Verlust bleiben jedoch erhalten.


Bullish

RE: Verlustverrechnung

#3 von kumpel ( Gast ) , 15.11.2022 13:54

Vielen Dank für die Erklärung, ich habe mir das alles zu schön vorgestellt, man bekommt praktisch 25% von Verlust zurück, wenn man dementsprechend genug Steuer bezahlt hatte
Wird der US-Quellensteuer für Rückerstattung herangezogen? oder gehen die 15% Steuer auf Gewinn nach USA für immer?


kumpel

RE: Verlustverrechnung

#4 von Bullish ( Gast ) , 15.11.2022 15:07

Da es ein gut laufendes DBA mit den USA gibt, mache ich mir da um die Verrechnung von Quellensteuer usw. keine Gedanken. Wenn es unterm Strich passt, ist alles okay.


Bullish

RE: Verlustverrechnung

#5 von Alexander , 15.11.2022 17:14

Wenn du 1.000 € Gewinn gemacht hast, dann zahlst du darauf 25% Steuer, also 250 €.
Hast du 1.000 € Verlust gemacht, kriegst du 25 %, also 250 € zurück. Vorausgesetzt du hast Steuern bezahlt, ansonsten wird der Verlust ins nächste Jahr übertragen.
Gewinne (und deren Steuern) verfallen allerdings zum Jahresende, nur Verluste werden vorgetragen.

Die 15% US-Steuer werden im Laufe des Jahres berücksichtigt.
Dazu habe ich im Blog einen kurzen Beitrag geschrieben:

https://www.rente-mit-dividende.de/wissen/#Steuer


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RE: Verlustverrechnung

#6 von kumpel ( Gast ) , 16.11.2022 13:22

Vielen Dank Alexander


kumpel

RE: Verlustverrechnung

#7 von Chris3 , 02.12.2022 15:32

Hallo

Ich möchte zusätzlich darauf hinweisen, dass die Umrechnungskurse berücksichtigt werden müssen. Es sei denn der Anleger wäre in den USA steuerpflichtig.

Werden 4000 $ Gewinn erzielt, muss der taggenaue bankinterne Umrechnungskurs berücksichtigt werden.

Bei einem Kurs von 1,10 EUR/USD wären dies zum Beispiel 4400 EUR.

Die 1000 $ Verlust werden zuerst in EUR umgerechnet bei 1,20 EUR/USD wären dies dann 1200 EUR Verlust.

Die Rechnung lautet dann 4400 EUR minus 1200 EUR gleich 3200 EUR Jahresgewinn.

Die Positionen stehen bei manchen Brokern an unterschiedlichen Stellen.

Grüße


Chris3  
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