Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#1 von Chris K. , 12.06.2023 19:47

Hi zusammen,

Ich bin aktuell etwas im Zwiespalt und würde gerne eure Meinung hören.

Letztes bzw. vorletztes Jahr wurde man in China als z.B. Investor in der privaten Weiterbildungsbranche quasi enteignet. Die chinesische Regierung hat Nachhilfeunterricht extrem reglementiert und so börsennotierte Anbieter von Nachhilfekursen über Nacht wertlos gemacht.

Oder auch Alibaba schwer drangsaliert weil Jack Ma sich kritisch zur Politik geäußert hatte.

Da wurde mir bewusst wie labil eigentlich ein Investment in so einem Land ist. Nichtsdestotrotz sind gerade Länder wie Indien, China oder auch Indonesien die Länder, die die besten Wachstumsprognosen bis zum Jahr 2050 aufweisen.

Wie geht ihr damit um, geht ihr das Risiko ein, oder verzichtet ihr hier auch potentiell auf Rendite so wie ich?


 
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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#2 von blindes Huhn , 12.06.2023 20:23

Meine Meinung:
Ich traue mich nicht über Einzelaktien in diesen Markt reinzugehen, aus genau deinen Gründen.
Ich bin aber mit meinem Portfolio mit 18% über den Vanguard EM ETF dort investiert.
die developed world hat eh schon ein sehr starkes exposure dort (siehe Mercedes, BASF, Bayer, etc. die dort alle mittlerweile einen satten Teil ihrer Gewinne erwirtschaften)
Indien oder Indonesien mit einem Länder ETF sehe ich kritisch. ist wie eine Wette auf den DAX... wäre mir zu spezifisch und politisch zu heiss.


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#3 von bpmeister , 12.06.2023 20:35

Ich bin nicht in Einzelaktien in China und Indien investiert. Decke das (hoffentlich) über den Vanguard High Dividend und den All World ab.
Allerdings hatte ich in der letzten Börse Online (?) einen Artikel über Indien gelesen. Da habe ich überlegt, mal mit einer Einzelaktie einzusteigen. Aber ich bin mit meinem Portfolio noch nicht fertig, und die indische Aktie ist dann auch nur "Spielerei" für mich.


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#4 von Bagholder1985 , 14.06.2023 22:21

Moin,

genau dieses Thema beschäftigt mich auch.

Durch den Vanguard All-World bin ich zumindest mit einem kleinen Zeh in diesem Markt vertreten.

Auf der Watchlist stehen einige interessante Werte (Xinyi Glass, Nio,...), aber ich fühle mich damit im Depot einfach nicht wohl.

Daher nutze ich tendenziell eher die sich bietenden Chancen (günstige Einstiege) bei Werten wie BAT (langfristig) und PayPal (mittelfristig), bespare die ETFs stupide weiter und halte lieber Cash als direkt in EM zu gehen. Die aktuellen Kurse können auch wieder Chancen bieten, aber es kann auch nochmal kräftig runter gehen. Mir fehlt hier das "Gefühl" (Bauch?)...


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#5 von bpmeister , 15.06.2023 18:38

Ich hab mal eben nachgeschaut, wieviel China denn im FTSE All-World UCITS ETF - (USD) Distributing (VGWL) vertreten ist. Immerhin sind 571 von 3728 Positionen Hongkong und China Aktien. Zusammen ca. 4,2%.


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#6 von Chris K. , 15.06.2023 21:39

Schaue mir gerade den Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF Distributing an.

China 30%
Indien 15%
Taiwan 15%
Brasilien 6%
Saudi Arabien 5%
Südafrika, Mexiko, Indonesien, Thailand 2-3-4%.

Über 3% Div.

Hätte gerne mehr Indien und weniger China drin, aber ok. Man kann nicht alles haben.


 
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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#7 von Chris K. , 14.07.2023 19:19

Habe noch mal hin und her recherchiert, eine Alternative für mich wäre noch eine Kombination aus drei ETFs:

- Franklin FTSE India (leider gibt's Indien ETFs nur thesaurierend, wieso???)
- Vanguard FTSE Developed Asia Pacific
- UBS MSCI Canada

Ideen/Gedanken bei der Allokation:
- Indien wird gem. Prognosen zweitgrößte Volkswirtschaft --> Aktienmarkt wird mit wachsen
- Canada ist ein wachsendes attraktives Einwandererland
- dasselbe gilt für Australien, Neuseeland und Singapur (50% des Developed Asia Pacific ETF)

Vorteile:
- Kein China (Rechtssicherheit?)
- keine Türkei (Erdogan)
- kein Brasilien (Sozialisten in der Regierung)
- bisher hat die Kombi eine bessere Performance gehabt als der FTSE Emerging Markets

Nachteile:
- kein China (wird wahrscheinlich trotz Kommunisten noch gut wachsen)
- Südkorea & Hongkong im Depot über den Developed Asia Pacific (analog Japan erhebliche demographische Probleme, HK wird Teil Chinas werden)
- Taiwan, Saudi Arabien, Mexiko, Indonesien und Thailand fehlen komplett im ETF-Mix
- keine Divi auf den Indien-Teil

Eventuelle Trugschlüsse in meiner Theorie:
- dass Aktien von Ländern deren Bevölkerung jung ist und wächst (sei es durch Geburten oder Migration) besser performen werden als überalterte und für Migration unattraktive Gesellschaften wie Japan, Deutschland und Co.
- dass China irgendwann den Abzug drückt und alle Unternehmen und Sonderzonen/Nachbarländer auf einen Schlag an sich reißt
- dass ich es irgendwie besser schaffen werde dieses worst case Szenario zu überstehen als der breite Markt (China exposure hat jeder)

Denk ich zu viel nach? XD


 
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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#8 von blindes Huhn , 15.07.2023 14:13

indien zweitgrößte volkswirtschaft und aktien wachsen mit. verdammt was ist dann mit deutschland los !? war doch auch irgendwo ganz vorne mit der Wirtschaft und der dax ist bedeutungslos ?! :( würde sagen das ist kein Argument.
du vergisst dass du zwar die länder entsprechend allokierst, aber nestle verdient glaub ich mehr geld in asien, Afrika als europa ?! müsste man mal googlen.

edit: gefunden --> was bedeutet dass? nestle verdient in asie und china 28%.. mehr als in europa... d.h. du hast mit einem normalen developed world etf schon alleine wegen nestle rund 1/3 EM anteil eingekauft
könnte man mit cola, pepsi, procter gamble etc. fortführen
bmw, mercedes, tesla --> CHINA....

Nestle:
Umsatz 2022 nach geografischer Aufteilung
Nordamerika: CHF 33.0 Mrd. (35%)
Europa: CHF 22.3 Mrd. (24%)
Asien, Ozeanien, Afrika: CHF 21.0 Mrd. (22%)
Lateinamerika: CHF 12.3 Mrd. (13%)
Greater China: CHF 5.8 Mrd. (6%)

https://www.nestle.com/investors/individ...rview/uberblick

--> keine gedanken über Länder machen ^^ alle unternehmen einsacken und warten welche wachsen und welche verschwinden ;)


rein theoretisch reicht ein all world, weils wurst ist welche länder wie stark sind, sondern die unternehmen arbeiten global.

ich denke du denkst richtig wenn du denkst dass du zu viel denkst ;)


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#9 von Ddorfer , 15.07.2023 14:25

Zitat von blindes Huhn im Beitrag #8
rein theoretisch reicht ein all world, weils wurst ist welche länder wie stark sind, sondern die unternehmen arbeiten global.



So viel Wahrheit in so wenige Worte gepackt!

Recht hadder.


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#10 von Chris K. , 15.07.2023 22:17

Zitat von Ddorfer im Beitrag #9
Zitat von blindes Huhn im Beitrag #8
rein theoretisch reicht ein all world, weils wurst ist welche länder wie stark sind, sondern die unternehmen arbeiten global.



So viel Wahrheit in so wenige Worte gepackt!

Recht hadder.

Da habt ihr beide sicher recht, jedoch möchte man ja ggf. den Markt schlagen! Ich weiß, schaffen nur wenige, aber den Ehrgeiz kann man ja schonmal entwickeln. :-D


 
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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#11 von Ddorfer , 16.07.2023 10:27

Na... ob da "Ehrgeiz" das richtige Wort ist...

Aber - will den Fred ja nicht kapern.
Wenn das wer vertiefen will...gern n neuer Fred.

Sonntägliche Grüße


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RE: Emerging Markets vs Rechtssicherheit

#12 von blindes Huhn , 16.07.2023 13:05

[/quote]
Da habt ihr beide sicher recht, jedoch möchte man ja ggf. den Markt schlagen! Ich weiß, schaffen nur wenige, aber den Ehrgeiz kann man ja schonmal entwickeln. :-D[/quote]

Den Markt schlagen? du kennst aber die Übersichten und Auswertungen zu den aktiven Fonds über Laufzeiten länger als 10 Jahre oder?
Nicht mal 95% der professionellen Investoren schaffen es über diesen Zeitraum den Mart zu schlagen.

Die letzten 5% sind Glücksritter wie Warren Buffet. Zur rechten Zeit am rechten Ort mit genügend Geld. Kann man machen, kann man dran glauben dass mans kann, aber obs das Risiko wert ist !?


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