Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#1 von Dadaddel , 07.02.2024 17:09

Hallo,
Aktien kaufen ist wohl das Hauptanliegen hier. Jeder hat dafür sicherlich seine Vorgehensweise entwickelt. Auch ich habe mir klare Regeln für den Aktienkauf auferlegt, z.B. keine Depotgröße über 5 %, keine Aktien aus Ländern mit Sonderabgaben(, z. B. Italien, Frankreich) und eine ordentliche Marktkapitalisierung ist mir auch wichtig, um nur einige zu nennen.

Aber wann steigt Ihr aus?
Hier mal ein paar Möglichkeiten, die nicht allzu ernst zu nehmen sind, eher als Diskussionsgrundlage gelten sollen:
- Gewinn über 50 % in einer bestimmten Zeit
- 25 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt
- Dividendenkürzungen
- Abstufung von Analysten

Ich bin gespannt.

Grüße


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RE: Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#2 von blindes Huhn , 07.02.2024 18:47

Dividenden Kürzungen
Kurs Rutsch unter 25% zum Einstieg
Geld fließt dann in ETF
Somit gibt es einen permanenten Fluss zum ETF und immer weniger in Aktien


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RE: Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#3 von Stollentroll , 07.02.2024 22:02

Ich fahre eine buy-and-hold Strategie:
Telekom war jahrelang fett im Minus - ich habe das ausgesessen und mich mit den Dividenden getröstet. Derzeit bin ich mit Bayer 73% und mit Santander "nur" noch mit 13% in den Miesen. Beide Dips versuche ich auch auszusitzen, vermutlich wird das nur bei der Santander funktionieren. Meine restlichen 7 Aktien sind schön im Plus.

Um den Ausstieg bei einer Aktie zu planen, müsste ich meiner Meinung nach Aktienanayse betreiben und damit auch Erfahrung gesammelt haben. Darauf habe ich keine Lust. Also halte ich es mit Kostolany "Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und reich werden!"


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RE: Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#4 von Ratz , 08.02.2024 09:28

Guten Morgen,

rückblickend auf die letzten Jahre kann ich bei mir kein klares Konzept erkennen, das dürfte aber auch dem grundsätzlichen Lernprozess geschuldet sein, da ich erst seit ungefähr 10 Jahren überhaupt in Wertpapiere investiere.

Abhängig von meinem jeweiligen Wissenstand und der entsprechenden Strategie in diesem Zyklus, habe ich mal Gewinne mitgenommen wenn sie über 10,15 % waren (oder auch erst bei ü50%), mal Verluste ausgesessen bis zum bitteren Ende (z.B. Wirecard). Beeinflusst durch Alexanders Blog und den Forenbeiträgen, habe ich vor einigen Jahren dann angefangen, mich auf Dividendenerträge zu konzentrieren. Auch dabei habe ich aber immer wieder größere Gewinnpositionen verkauft und dabei auch regelmässig Verluste mit realisiert um die Steuerverprobung (glaube das ist der korrekte Ausdruck) zu aktivieren. Vieles resultierte aus einem tagesabhängigen Bauchgefühl, sicherlich ein schlechter Ratgeber.
Bei den Verlustpositionen waren dann u.a. 3M, Walgreen und viele andere dabei. Die dabei erzielten Cashbeträge habe ich dann idR. in meinem Depot re-investiert, teilweise bestehende Positionen erhöht, teilweise neue Positionen ins Depot gelegt. Ein wirkliches Konzept (Stop Loss etc.) hatte und habe ich (leider) nicht entwickelt.

Gelernt habe ich: meine Strategien (egal welche) waren nie die beste Lösung mit der höchsten Rendite. Ich war und bin zu ungeduldig, treffe nicht unbedingt die besten Entscheidungen zu einem guten Zeitpunkt. Deshalb schichte ich aktuell meine Einzelwerte sowie sämtliches frisches Kapital, in den ETF Bereich um, da scheine ich ein wenig entspannter damit umzugehen.

Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit meiner (Depot-)Entwicklung. Ich erziele Jahr für Jahr eine Wertpapierrendite welche deutlich über T-Geld/F-Geld liegt und deshalb ist das schon ok. Ein Vergleich mit dem ETF MSCI World treibt mir allerdings Tränen in die Augen und dies ist auch der Grund dass ich jetzt auf ETFs umschichte.

Da ich in ein paar wenigen Jährchen in den Ruhestand gehen möchte, finde ich die ETF-Landschaft dann aber auch deutlich stressfreier.

Euch allen eine schöne Fasching, Fasnet, Karnevalzeit mit Narri Narro, Alaf, Helau und was es noch alles gibt.

Es grüßt der Ratz !


Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt !


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RE: Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#5 von Dadaddel , 08.02.2024 10:28

Hallo,

vielen Dank für die ersten Antworten.
Irgendwie finde ich mich da wieder....Bauchgefühl, ....Verluste aussitzen....Gewinne zu zeitig mitgenommen.....zum falschen Zeitpunkt verkauft(keine Geduld)

Da ich in den letzten Jahren gelernt habe, dass mir Regeln bei meinem Handeln helfen, werde ich wohl meinen kleinen Kopf nochmal anstrengen ;)
auf jeden Fall werde ich für mich einen Prozentsatz festlegen, bei dem ich die Reißleine ziehe. ...25 % sind mir da aber ein bisschen zu wenig...

Grüße und danke fürs Mitdenken.


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RE: Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#6 von MarkyMarkOwl , 08.02.2024 14:38

Ja, das Bauchgefühl sollte man bei manchen Entscheidungen ausschalten. Generell finde ich es nie gut, an einer Aktie zu kleben. Das habe ich zum Beginn an der Börse Anfang der 2000er Jahre noch oft gemacht. Der Fehler wirkt sich meist negativ aus. Wenn du an einer schlechten Aktie festhältst, verlierst du direkt. Hältst du an einer gut laufenden Aktie zu lange fest und es kommt irgendwann ein Einbruch, hast du deinen Buchgewinn nicht realisiert und verlierst diesen somit. Um Gefühle an der Stelle maximal auszuschalten, arbeite ich mit festen Wertgrenzen, die ich in Portfolio Performance als Limit pflege. Ist die Aktie x% im Plus oder Minus, werden entweder (Teil-)Gewinne mitgenommen oder die Position wird komplett aufgelöst. Also eine Kombination aus "Verluste begrenzen" und "Von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden".

Als weiteres Merkmal achte ich noch auf die Dividende und schaue mir eine Aktie genauer an, wenn diese z.B. gesenkt wird. Das muss nicht immer damit enden, dass ich verkaufe. Die entscheidende Frage ist eher, ob ich die Aktie jetzt kaufen würde. Ist das der Fall, weil z.B. die Aussichten besser sind und die Rendite weiterhin passt, wird die Aktie behalten.

Insgesamt mache ich nur Buy&Hold und verkaufe daher eigentlich eher selten. Solange der Cashflow stimmt, stören mich schwankende Kurse wenig.

Noch einfacher wird das mit einem passenden Mix von ETF. Frei werdende Mittel werden da einfach angelegt, sobald verfügbar. Verkauft wird nie. ETF machen mittlerweile 60% meines Depots aus. In der Hinsicht ist das Depot also schon sehr pflegeleicht geworden.

Beste Grüße und viel Erfolg weiterhin!


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RE: Wann Aktien verkaufen? Eure Ausstiegsszenarien

#7 von Bullish , 09.02.2024 14:36

Bei Aktien, die mich regelmäßig mit Dividenden beglücken, toleriere ich Kursschwankungen eher als bei denen, von denen ich keine regelmäßigen Einnahmen habe. Bei Nicht-Dividendentiteln kommt mein Ertrag ja nur aus Kursgewinnen und auch nur, wenn ich diese realisiere.

Mein Vorgehen deshalb:
Bei Gewinnern: Ab einer Kursverdreifachung denke ich darüber nach, den Einstandspreis plus 1% für jeden Monat des Haltens zu entnehmen. Dann ist mein Ertrag am Investment in diese Aktie 12% p.a. zuzüglich weiterlaufende Gewinne. Ich fühle mich bestens damit

Bei Verlierern: Da ich mir immer vergegenwärtige, dass die Amazon Aktie öfter um 40, 50 oder mehr % gefallen ist, um danach wieder in neue Höhen vorzustoßen, tue ich mich schwer mit übereilten Verkäufen aktueller Verlierer. Okay, muss ich am Jahresende was für den Verlusttopf tun, dann agiere ich.



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