FTSE All World vs FTSE High dividend?

#1 von SONNY , 23.01.2023 21:57

Hallo liebe Community,

ich bin aktuell 32 Jahre alt und bespare seit einigen Jahren den FTSE All world. Habe dort aktuell ca 93K drin.
Ich habe mich damals gegen den Dividenden ETF entschieden, da der All World besser performed hat. Allerdings sehe ich mich eher als Dividendeninvestor und beim Dividenden ETF hätte ich eine Dividendenrendite von knapp 4%.

Was würdet ihr an meiner Stelle mit 32 Jahren machen? Ich bin bis her nicht auf die Dividene angewiesen, aber mein Ziel ist es in den späteren Jahren monatlich eine vierstellige Dividende zu erhalten.


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#2 von blindes Huhn , 24.01.2023 07:04

Wenn du die Dividenden als Motivation brauchst um stetig zu investieren bzw in schlechten Phasen nicht zu verkaufen , dann würde ich den normalen so liegen lassen und auf den High Dividende umsteigen per Sparplan und zukünftigen Investitionen.
Verkaufen würde ich aber nicht, sondern liegen lassen bis Ultimo.


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#3 von MarkyMarkOwl , 24.01.2023 09:54

Verkaufen und umschichten würde ich nur, wenn der Verkauf steuerfrei ist. Sind also wenig Gewinne drin oder es besteht noch ein allgemeiner Verlusttopf kann man das machen. Ansonsten wie schon beschrieben, liegen lassen und den Sparplan auf den High Dividend umstellen. In 30 Jahren freust du dich dann, dass sich der All World verdrei- oder vervierfacht hat.


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#4 von bpmeister , 24.01.2023 20:34

Aber den FTSE All-World gibts doch auch als Dividendenzahler. FTSE All-World UCITS ETF - (USD) Distributing (VGWL)
Oder hab ich da was falsch verstanden?


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#5 von SONNY , 24.01.2023 22:22

Ja aber der schüttet nur 2% aus und der dividenden etf 4%


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#6 von Krause , 25.01.2023 07:31

Hi Sonny,

ich glaube, Du würdest Dich später ärgern, wenn Du von dem richtigen FTSE Acc Weg abkommen würdest. Lass doch einfach einen ggf. gekürzten Sparpan auf den FTSE Acc weiterlaufen. Das ist dann Deine "sichere" Basis. Selbst mit 200€ im Monat über 30 Jahre mit angenommenen 4%, kannst Du dann 30 Jahre lang knapp 1600€ abheben, was eine gute Deckung der Rentenlücke sein solte (Rechner).

Mit der Differenz suchst Du Dir dann schöne Auszahler. Ich stelle ir gerade ein paar Divi ETFs zusammen, die so auszahlen, dass ich jeden Monat eine Zahlung bekomme. Nur so als Beispiel. Dazu inspiriert von hier ein paar REITs.


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#7 von Alex , 25.01.2023 20:00

Hallo Sonny,

Zitat von SONNY im Beitrag #5
Ja aber der schüttet nur 2% aus und der dividenden etf 4%

ich würde es nicht nur an der Dividende festmachen. Viele Hochdividendenaktien ist langfristig nicht die besten Performer.

Aus diesem Grund bespare ich den US S&P Dividenden Aristokraten ETF (A1JKS0). Hat auch keine so hohe Dividenden Rendite. Aber die Langzeit Performance ist Top.
Den gibt es natürlich auch in einer Welt Variante, aber da ist der US Anteil auch extrem hoch.

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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#8 von Chris K. , 27.01.2023 20:15

Bei High Div bezahlst du die Div mit dem Kurs, wenn es keine weiteren smart Beta Kriterien gibt.


 
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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#9 von bpmeister , 28.01.2023 19:31

Zitat von Chris K. im Beitrag #8
Bei High Div bezahlst du die Div mit dem Kurs, wenn es keine weiteren smart Beta Kriterien gibt.


nicht nur bei diesem ETF. Ich hab mal den S&P 500 mit dem All World und dem All World High Div (alle ausschüttend) verglichen.

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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#10 von Bagholder1985 , 30.01.2023 22:25

Hallo Sonny,
hallo alle anderen,

die Dividendenrendite ist ja immer auf den aktuellen Kurs bezogen oder eben auf den Kurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung.

Der FTSE All World in der ausschüttende Variante hat z.B. 1,57€ in 2019 ausgeschüttet, das entsprach 2,38% (d.h. der Kurs stand da irgendwo bei um die ~66€). 2022 wurden 1,95€ ausgeschüttet, das waren "damals" 1,79% Ausschüttungsrendite bezogen auf den damaligen Kurs. - Wer jedoch z.B. in 2019 um die ~66€ gekauft hat (also 2019 noch 2,38% Ausschüttungen erhalten hätte), hat in 2022 schon nahezu 3% Brutto erhalten (bezogen auf den Einstandskurs) und das sollte hoffentlich weiter steigen... Das macht für mich den Mix aus Kurssteigerungen und Dividenden unglaublich spannend. Die persönliche Dividendenrendite ist m.E. viel wichtiger.

Wer z.B. Genuine Parts jetzt kauft, hat ca. 2% Dividendenrendite anfänglich. Wer sie im Corona-Dip für 65€ mitgenommen hat, hat bereits ca. 5% und ein schönes Buchgewinnpolster. (Wobei ich aus heutiger Sicht dann diese Position tendenziell reduzieren/verkaufen und in einen Dividenden-ETF stecken würde.)

-----

Ich gehe mal einen Schritt zurück und fange nochmals an:

Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen und habe ein ähnliches Ziel, wobei ich aus dem vorhandenen Kapital und aus den Sparplänen das Maximum (wer möchte das nicht) erzielen möchte, ohne künftig dabei zu viel Zeit zu investieren oder gar mehrmals täglich die Kurse checken zu müssen. Routinen erzeugen (Sparpläne), Regeln aufstellen und diese einhalten...

Mir stellte sich auch die Frage: Wie investiere ich richtig? Dabei musste ich erstmal etwas Abstand von der Börse gewinnen, die Vergangenheit analysieren und auch das, was in den letzten Jahr(zehnt)en richtig gut gelaufen ist - und was nicht. Ich bin demütiger geworden.

Bei den Überlegungen heraus kam für mich persönlich: Ohne Wachstum funktioniert es nicht. Bezogen auf meine Sparrate und das derzeit vorhandene Kapital erreiche ich mich mein Ziel nicht/kaum/spät. Ein reiner Dividenden-ETF ist recht stabil (Corona-Dips und dergleichen mal außen vor), aber meistens auch ebenso träge, was den Kursverlauf anbelangt. Dividenden-ETFs mit hohen Ausschüttungen sind mit hohen Risiken verbunden (MSCI Brazil? Emerging Markets??). Das möchte ich nicht; nicht bei den ETFs.

Ich hatte mir zu Beginn ganze 7 ETFs herausgesucht, welche ich regelmäßig besparen (+ Einmalbeträge über 12-24 Mon. einzahlen) wollte: iShares S&P500 (geringste Kosten, v.a. auf Grund der guten Historie - und auch Buffett spielte da eine Rolle), iShares MSCI World SRI, FTSE All World UCITS, iShares World Quality Dividend, FTSE All World High Dividend, iShares World Consumer Staples, Nasdaq100 (ohne Tech geht es nicht) - außer den Nasi-ETF alle ausschüttend.

Geblieben sind letztlich 3 ETFs. Wieso nur 3? Antwort: Auf Grund der ähnlichen Wertentwicklungen (habe ich die anderen reinen Dividenden-ETFs auf die Watchlist verbannt und mich für die am breitesten gestreute Variante entschieden (zudem mit einer höheren Ausschüttung als z.B. der World Quality versehen). Die vergangene Outperformance des Nasdaq100 und des S&P500 möchte ich mit Einzelwachstumswerten erreichen. Bei den ETFs steht die Sicherheit im Vordergrund. Weitere ETFs kommen ggf. hinzu, wenn sich Gelegenheiten ergeben.

Diese ETFs sind geblieben:

Vanguard FTSE All-World UCITS (A1JX5)
Vanguars FTSE All-World High Dividend (A1T8FV)
iShares MSCI World SRI (A2DX7X)

An Letzterem finde ich besonders die Gewichtungen interessant (auf max. 5% je Unternehmen begrenzt, Microsoft und Tesla mit knapp 5% dabei) und ich verspreche mir von ihm, dass er den "normalen" MSCI World schlägt, ohne dabei wesentlich mehr Risiken zu bergen.

Die ETFs sollten mindestens 50% meines Depots ausmachen. Bei den genannten habe ich auch keine Sorge, was "Klumpen" anbelangt.

Die ETFs werden monatlich bespart, Zukäufe in Schwächephasen sind geplant Verkaufen möchte ich hier "nie".

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Die anderen maximal 50% des Depots sollen aus Einzelwerten bestehen, wobei hiervon mindestens 60% aus Dividendentiteln und maximal 40% aus Wachstumstiteln bestehen sollen. Die Einzahlbeträge sind hier begrenzt und bei den Dividendentiteln doppelt so hoch angesetzt wie bei den Wachstumswerten.

Der Plan: Dividenden (und ETF-Ausschüttungen) können für den Kauf weiterer Einzelwerte genutzt werden (Reinvestition), die Gewinne aus den Wachstumswerten fließen in Dividendentitel. - Das Thema "Rebalancing" wird hoffentlich eine Rolle spielen, wenn die Wachstumswerte entsprechend steigen. Ebenso kann ich mir gut vorstellen, Einzelwerte/Dividendentitel wieder zu verkaufen und in den Dividenden-ETF zu stecken, wenn die Kursentwicklung entsprechend positiv verläuft.

Die Herausforderung war und ist, die "richtigen" Werte zu finden: Derzeit vermag ich es auf Grund der Gesamtsituation nicht einzuschätzen, wie sich manche Branche und damit mancher Einzelwert entwickelt. Vieles ist mir derzeit einfach zu teuer (Pepsi & Co) und auch der Weg über einen Consumer ETF (in der Masse gehen die mutmaßlich mir teils zu hohen Kurse der Einzelwerte unter) erschien nicht richtig (Performance-Vergleich mit anderen ETFs).

Wichtig dabei ist mir neben einem günstig erscheinenden Einstiegskurs das Dividendenwachstum und die Zukunftsaussichten. Auch geringe Wachstumsaussichten können z.B. interessant sein, wenn ich z.B. an meinen Shell-Kauf bei ~10€ denke. Doch so etwas ist nicht die Regel und auf sowas darf man nicht hoffen.

Mit einer ersten Tranche im Depot gelandet sind bisher: Ally Financial, (Turn-)Aroundtown, EPR Properties, T.Rowe Price. Bei der VF Corporation (Turnaroundwette?) überlege ich, jedoch gefallen mir Schuldensituation und hohe Ausschüttungsquote nicht. Auf der Watchlist stehen derzeit: Bank of Novia Scotia, Black&Decker, Medifast und Prudential Financial. Unzählige Titel sind noch zu analysieren.

Auf der Wachstumsseite im Depot gelandet sind: Etsy, Tesla (bei 110€ konnte ich nicht mehr widerstehen, fahre aber trotzdem lieber meinen Diesel weiter), Veeva Systems. Hier ist die Watchlist nahezu unendlich, jedoch muss ich mir die Perlen noch herauspicken. Und auch wenn viele der gebeutelten Highflyer aus 2021 noch ~80% im Minus sind, haben sie seit dem Tief doch teilweise auch schon wieder +100% zugelegt. Das schreckt ab und lässt nur kleine Beträge zu - was auch gut ist. Denn viele dieser Werte wird es in 10 Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben.

Die Einzelwerte werden nicht monatlich bespart. Es wird punktuell zugekauft, wenn etwas günstig erscheint. Meine Schwierigkeit und Herausforderung ist hier vorwiegend die Geduld, den Cash-Bestand hochzuhalten und das "Warten" auf Gelegenheiten. Corona war so etwas: Shell für 10€, Genuine Parts für 65€, Chevron für 60€ gekauft - leider zu früh verkauft und die Gewinne falsch investiert = Lehrgeld.

Neben diesem ETF- und Einzelwerte-Depot, was ausdrücklich nicht zum Zocken gedacht ist, habe ich ein kleines Hebel-Depot, wo ich mit geringem Einsatz dem Nasdaq100 folge. Ich spiele kein Lotto und tätige keine Sportwetten. Das hier ist für den Spieltrieb.


Viele Grüße


P.S.: Meine Ausführungen stellen keine Empfehlung dar und spiegeln lediglich meine persönliche Meinung wider.



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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#11 von blindes Huhn , 31.01.2023 19:28

Sehr interessant
Hast du mit dem sri und dem all World nicht starke Doppelungen? Macht es wenig sinnvoll in meinem Augen wenn nicht durch verschiedene ETF weniger stark gewichtete Aktien hochgezogen werden. USA Anteil im msci World hoch und durch Europa ETF bisserl runterziehen


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#12 von Bagholder1985 , 01.02.2023 01:18

Danke für deine Worte.

Doppelungen sind hier m.E. vertretbar, siehe Grafik. Der World SRI ist kompakter als der FTSE und ich mag den hohen Anteil von Microsoft, Nvidia und Tesla - und die Deckelung bei 5%. Ich erwarte hier eine geringe Überrendite bei etwas höherer Vola im Vgl. zum FTSE All-World. USA Anteil All-World 57, World SRI 62%. Ich lasse mich überraschen.

Der iShares Stoxx Europe 600 ETF liegt noch auf der WL. Durchringen konnte ich mich bisher nicht und habe stattdessen Einzelwerte auf der erweiterten WL, mit denen ich Europa abbilden möchte. - Alternativ suche ich noch nach einem aktiv gemanagten Fonds, der weltweit agiert. Der Flossbach Multiple Opportunities sagt mir da ganz gut zu, ist aber bisher auch nur auf der Watchlist.

Was ich unter allen Umständen vermeiden möchte, ist ein unübersichtliches Depot. Keep it simple and stupid! Mit den 3 genannten ETFs und den Einzelwerten, die sich wie ein eigener kleiner Fonds anfühlen (Kopfsache), fühle ich mich aktuell wohl. Perfekt ist es noch nicht, das weiß ich. Danke für deine Kritik.

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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#13 von blindes Huhn , 01.02.2023 05:20

Mein Problem ist noch für mich darf Verständis eines ETFs. Ich bilde damit einen Index ab und in den Index sind Unternehmen.
In einem Einzel Depot mache ich das gleiche. Iv kaufe Aktien weil ich einen gewissen Bereich abdecken möchte. Angenommen meine Bereichs Verteilung ist 50:50 Tech Konsumer. Dann komme ich bei Einzel Aktien doch auch nicht auf die Idee zu sagen Microsoft und Amazon jeweils 25% wegen zwei Tech und gleich gewichtet und auf der anderen Seite Procter und gamblr zu Amazon 25:25 was wieder bedeutet das Amazon 50% hat.... Sowas mache ich ja auch nicht.
Aber warum macht man das bei ETF? Da werden einzelne Titel doppelt und dreifach gewichtet und machen mich stark davon abhängig. Wenn ich das will und nicht den Diversifikation Gedanken von ETF dann sollte ich diese mir so wichtigen Aktien doch direkt kaufen oder?


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#14 von Bullish , 01.02.2023 08:30

Gemäß deiner Aussage sollte man sich entscheiden ob man Aktien oder Fonds/ETFs kauft.
Eine Amazon oder Apple ist nun wahrlich in jedem abgebildeten Index vorn dran. Ich habe die Teile gern extra in meinem Depot, sieht einfach schick aus.

Frage: Ab wann wird ein Klumpen zum Risiko? In der Medizin sind schon die kleinsten Gerinnsel mitunter gefährlich. Einen Klumpen Amazon oder Apple halte ich da für weniger gefährlich. Dass man sein Depot diversifiziert, brauche ich an dieser Stelle nicht zu betonen.


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RE: FTSE All World vs FTSE High dividend?

#15 von Bagholder1985 , 01.02.2023 09:52

@Bullish: Das hast du schön geschrieben. Es kommt ja auch darauf an, in was man klumpt. Die Ein-ETF-Strategie finde ich persönlich auch nicht verkehrt. Würde ich nur eine Aktie kaufen dürfen, wäre es vermutlich Berkshire, was ja im Grunde mehr ein aktiv gemanagter Fonds ist. Oder Danaher, wobei mir der Ansatz nicht so gefällt.

Ich kaufe ETFs, weil ich mich um diese Positionen nur sehr wenig kümmern möchte. Diese sollen „einfach nur laufen“. Gefallen mir bestimmte Einzelwerte, könnte ich diese extra kaufen. Allerdings müsste ich dann wieder aktiver beobachten. Bei den ETFs passen sich die Positionen automatisch an und ich muss mich um nichts kümmern, habe aber dennoch - für den Moment - meine Lieblinge an Bord. Passt sich der Index und damit der ETF an, ist das eben so. Solange der Weg in die richtige Richtung führt (Rendite), ist das für mich in Ordnung.

Bei den vorhandenen ETFs ist auch keine meiner Definition nach exorbitante Übergewichtung eines bestimmten Einzelwertes vorhanden. Anders sähe das aus, würde ich einen Nasdaq100-ETF besparen und hätte als Einzelwerte nur Apple und Berkshire Hathaway im Depot. Im konkreten Fall würde ich mich damit nicht einmal schlecht fühlen (und es würde sich ggf. sogar ggü. der breiten Streuung lohnen), jedoch wäre es mir persönlich schon etwas zu sehr geklumpt. Das muss jeder selbst wissen.

Charlie Munger sagte doch mal sinngemäß, dass Diversifikation eine bloße Absicherung gegen Ignoranz darstelle. Und es gibt auch Studien, dass zu viel Diversifikation gar schadet. Zweifelsohne stellt sie jedoch einen Schutz vor Fehlern dar. Klumpen bedeutet Risiko, aber auch Chance. Unter solange eine Position nicht einen Großteil des Depots ausmacht, habe ich kein Problem damit. Aber Klumpen, die NICHT in "normalen" Index-ETFs stecken, sondern in Einzelwerten oder Spezial-ETFs, muss man stärker beobachten. Ich möchte für mindestens 50% meines Depots „Ruhe“ und vertraue den ETFs/Indizes.

Auch halte ich es für möglich, dass ich, wenn Verstand und Bauch einig sind und das Umfeld passt, bis zu 30% des Depots in einen Wert stecke. Die übertriebene Abstrafung der meisten Werte in 3-4/2020 war so etwas (wobei die Auswahl da fast zu groß war). Die ebenfalls übertriebene Abstrafung KIONs u.a. nach den nicht vorhandenen Preisanpassungsklauseln in vorhandenen Verträgen war so etwas. Die jüngste Abstrafung Teslas war so etwas. Es gibt immer wieder Gelegenheiten, die einem Chancen (und Risiken) bieten. Die ETFs sollen einfach nur laufen, damit ich meinen Geist frei habe, um diese wahrzunehmen.

EDIT / @blindeshuhn: Was meinst du mit doppelt oder dreifach gewichtet? Der FTSE All-World hat z.B. 3% Microsoft, der World SRI knapp 5%. Gewichte ich beide gleich, komme ich auf +-4%. Das ist m.E. okay. Und ich brauche mich um nichts zu kümmern, wendet sich die Welt von Microsoft ab... dann wird einfach der Index und damit der ETF angepasst - fertig. Im Einzeldepot muss ich selbst darauf achten. Darauf habe ich wenig Lust. Mindestens 50% des Depots sollen "einfach nur laufen", bespart werden und wachsen. Um die anderen 50% möchte ich mich aktiver kümmern - Doppelungen sind erlaubt.



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