Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#1 von Ratz , 06.03.2021 12:43

Einen schönen sonnigen Sonntag allen Lesern !

Da sitze ich mit einem dampfenden Kaffee auf dem Balkon und mache mir mal wieder Gedanken über das Leben, die Liebe, die Finanzen und den ganzen Rest ! Endlich bei den Finanzen angekommen, grüble ich über die grundsätzliche Aufteilung meines Vermögens nach und ob ich denn genügend diversifiziert bin (ich liebe dieses Wort, auch wenn ich mich ständig damit verschreibe) ?

Ich habe mich in diesem Forum ja angemeldet, um in einen Gedankenaustausch mit anderen Betroffenen zu treten und deshalb möchte ich gerne meine Idee bzw. Strategie darstellen und um eure Meinung bitten:

1.) Aufteilung in verschiedene Klassen (so ungefähr, verändert sich auch anteilig immer wieder ein wenig):
a) Immobilien (vermietet) = 35%
b) Darlehen (privat) = 10%
c) Edelmetalle (physisch) = 12%
d) Wertpapiere (Aktien ETF & Einzel Aktien) = 33 %
e) Cash (Notgroschen für 6 Monate, beruhigt die Frau des Hauses) = 10 %

2.) Finanzplan
a) Haushaltsbuch wird geführt, klarer Überblick über Einnahmen & Ausgaben vorhanden, Budget für laufendes und folgendes Jahr im Detail, Lebensplanungsbudget & Exitstrategie erstellt und findet Zustimmung der Göttergattin
b) Zielpläne für alle Klassen erstellt (zum 63. Lebensjahr = Rente)
c) Monatliche Überschüsse aktuell via Sparpläne auf Wertpapiere (ETF & Aktien)
d) Ich führe kein Rebalancing durch, sondern bei Bedarf werden über die monatlichen Sparpläne meine Assetklassen angepasst

3.) Wertpapiere
a) 6x ETF´s mit ca. 40% Anteil (MSCI World, World Small Cap, STOXX Europe, China Offshore, NASDAQ, Global Waters, Autom.&Robotics, US Dividen)
b) 20x Einzelaktien mit ca. 60 % Anteil (Finanzdienstleister, Telefkommunikation, Verbrauchsgüter, Industrieunternehmen, Immobilien, Gesundheitswesen, Energie, Basiskonsumgüter)


Auch jetzt wo ich diesen Text schreibe, bin ich mir nicht sicher ob: Ist das nicht eigentlich viel zu viel Diversifikation ? Oder ist es vielleicht ja doch noch zu wenig ? Eigentlich könnte ich ja das ganze Gelumpe einfach auf ein bis zwei ETFs (World, Emergency) setzen und mich zurücklehnen.

Wie geht ihr diese Sache an ? Ich lese in Foren/Blogs/Artikeln immer nur eine notwendige Diversifikation (ich hab es euch gesagt, ich mag dieses Wort) auf Wertpapiere, aber in meiner Planung sind die Wertpapiere ja schon nur ein Teil des Ganzen...und wieviel Diversifikation macht denn überhaupt Sinn ?

So, die Tasse ist leer und Frauchen möchte mit dem Hund spazieren gehen, dann spute ich mich jetzt mal !

Grübelnde Grüße,
Ratz


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#2 von Kolovkolosh , 06.03.2021 13:42

Kurzweilig geschrieben - sehr schön. Bei einem trockenem Thema ist das immer positiv.

Ansonsten: Passt doch. Hat ja jeder seine eigene Philosophie. Viele könnten jetzt Anmerkungen machen, nach denen an dieser und jener Stellschraube etwas zu drehen wäre. Ich bin da kein Freund von. Ich war mal in einer Dividendenstrategiegruppe auf Facebook... Schrecklich. Jeden Tag haben einige ihr Depot vorgestellt und wurden dann in Kommentaren niedergequatscht. Jeder stellte das Depot seinem eigenen gegenüber (was natürlich der heilige Gral der Geldanlage war) und jede Abweichung wurde kritisiert. Herrje. ("XYZ würde ich unbedingt noch dazukaufen" - "Klumpenrisiko" - "Tabak und Öl ist ja soooooo 19. Jahrhundert" .... blablabla) Nicht zu ertragen.

Ich wünschte, ich hätte mein Vermögen so gut verteilt. 60% Depot mit 50 Einzeltiteln, 40% Immobilie. Nix Gold. Nix private Darlehen. Ich hab zwar einen Verwandten, der sich gern Geld leihen würde, aber das sehe ich wohl nicht wieder...

PS: Oh, ein wichtiger Kritikpunkt dennoch = Heute ist Samstag.


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#3 von Esquilax , 06.03.2021 14:17

Also um Ratz und seiner Frau muss man sich keine großen Sorgen machen!

Das ETF-Portfolio ist meines Erachtens mehr als ausreichend! Ich würde es zumindest nicht erweitern.
Zu den ETF teile ich nur folgende Mitschriften aus meiner Finanzliteratur mit. Ich skizziere, um es nicht zu lang zu machen:

Wer auf Strategien-ETF setzt, will in der Regel, die Marktentwicklung (MSCI WORLD ETF) übertreffen.
Das Gegenteil der ETF-Strategie (wieder MSCI WORLD ETF!).
Die Flut an ETFs lässt einen aber dann irgendwann in diese Produkte investieren. Aber: Warum sollten gerade diese Strategien ( Länder, Sektoren…) besser laufen, als in den breiten Markt (All Country World) zu investieren, wo die Finanzwissenschaft die letzten 120 Jahre in ihrem Rücken weiß?

Nochmal: Themen ETFs wie der Wasser ETF oder z. B. Gaming ETF widmen sich Trendthemen. Wer solche ETFS kauft, sollte oder muss sogar die Entwicklung aufmerksam verfolgen, weil dahinter kein breiter, etablierter Index steht. Das ist eigentlich nicht im ursprünglichen Sinne einer ETF-Anlage. Im Gegenteil, aus passiv wird aktiv.

Wer den MSCI World im Depot hat, benötigt keinen Wasser ETF oder auch keinen NASDAQ ETF. Einfach mal auf die Top Werte in den Fact-Sheets achten! Sie sind im MSCI World sowieso mit drin, oder kommen automatisch dazu, wenn sie so gut sind. Schlimmstenfalls und in der Regel verteuert man sogar einfach nur seine TER (Total Expanse Ratio) in der Gesamtbetrachtung.

Die Idee des passiven Investierens ist es den ganz breiten Markt abzubilden. Dazu reicht ein ALL WORLD ETF oder eben ein MSCI World + Emerging Markets. Eine Ergänzung mit Small Cap ETFs oder auch Dividenden ETFs werden als akzeptabel angesehen. Aber auch hier möglichst breite Streuung und möglichst wenig Überlappung. Es gibt auch Welt-ETFs, die spezielle Faktoren berücksichtigen:
Value, Momentum und SmallCaps. Auf die kann man auch setzen und bleibt möglichst passiv, wenn einem die Brot- und Butter ETFs schon zu langweilig sind.


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#4 von Alexander , 06.03.2021 15:13

Da habe ich mir doch ein Beispiel genommen und mich mit Decke und Kaffee in die Sonne gesetzt, war ziemlich angenehm.

Thema Diversifikation. Bei Einzelaktien gehen die wissenschaftlichen Meinungen etwas auseinander. Der Konsens liegt bei 12-18 Werte, mehr bringt nichts.

Diversifikation über alle Klassen halte ich für Augenwischerei. Bei normalen Schwankungen der Wirtschaft, mag eine negative Korrelation der Einzelwerte die Vermögensschwankungen etwas glätten, reine Psychologie. Kommt es zu einem richtigen Absturz der Weltwirtschaft, dann ist es egal, ob Immobilien, Aktien, Finanzanlagen usw. Es wird alles in den Keller gehen und Blut durch die Straßen fliesen (bildlich gesprochen). Vielleicht hält sich Gold ganz gut, muss man eher als Versicherung sehen.

Wenn du die Diversifikation, wie du sie hast, für richtig hältst und dich damit wohl fühlst, dann ist das in Ordnung. Wird es dir zu viel, dann reduziere die einzelnen Assetklassen innerhalb deiner Anlage (2 ETF statt 6 oder mehr, 15 Aktien statt 20 Aktien usw.) Letztlich ist es egal, ob 20% Immobilien und 40% Aktien oder umgekehrt. Man weiß nicht was die Zukunft bringt und morgen kann alles anders ausschauen.

Sollte es hoffentlich die nächsten Jahre halbwegs so weiter gehen, dann brauchst du dir keine Sorgen machen. Sehe ich wie Esquilax.


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#5 von Unruheständler , 06.03.2021 18:32

Hallo Ratz,

schöne Vorstellung von dir und du hast direkt ein interessantes Thema eröffnet.

Wie man aus deinen beiden Beiträgen heraus lesen kann, hast du dir ja schon ein Paar Gedanken gemacht und einige Erfahrungen gesammelt. Da du scheinbar zusätzliche Anregungen suchst, um deine Sichtweise zur Diversifikation zu vergleichen, stelle ich einfach mal meine Auslegung dar.

Ich investiere aktiv und passiv z.Zt. Im Verhältnis 60/40 (bei Wertpapieren), wobei ich mittlerweile den passiven Anteil noch aufstocke und im aktiven Anteil nur die Ausschüttungen reinvestiere. Ist aber auch meiner Lebenssituation geschuldet, da ich seit über 2 Jahren meine finanzielle Freiheit genieße aber noch nicht auf die Einkünfte aus dem Kapitalvermögen angewiesen bin. Bis zur Rente habe ich noch ca. 8 Jahre, baue aber nicht darauf, da sie eher gering ausfällt und dadurch nur einen Teil meiner monatlichen Kosten tragen würde.

In meinem ETF Welt Depot habe ich 60% Aktien (large/mid/small caps)/ 30%Anleihen (Global/Euro/EM/High Yield) 10%/Rohstoffe (z.Zt. nur Gold physisch). Rebalancing mache ich normalerweise einmal im Jahr und in Themen ETFs investiere ich gar nicht. Ich habe damals auch mit einem All World, EM sowie einem EM Bond und Euro Bond ETF angefangen (KISS), bekam aber nachher Spaß an der Sache und habe nach und nach das Depot ausgebaut. Meine Aufteilung im Aktienbereich liegt momentan bei ca. 33% NA, 24% EU, 4,5% UK, 27%EM, 6,5% Japan, 5% Pacific, wobei ich eventuell EM noch ausbauen und NA reduzieren werde.

In meinem Dividenden Aktiendepot habe ich 32 Einzelwerte breit diversifiziert über viele Branchen und mit 2 globalen Immobilienfonds sowie 3 Anleihen Fonds/ETFs kombiniert (im Moment 80/20 Altbestand). Ich hatte bis vor kurzem auch noch 2 deutsche Wohnimmobilienfonds (Wertgrund Wohn Select D und Focus Wohnen Deutschland) in diesem Depot, aber nachdem ich Kommer und Gierhakes „Souverän Vermögen schützen“ gelesen habe, sind diese beiden Fonds von mir als erstes verkauft worden, da das Klumpenrisiko zu meinen vorhandenen deutschen Wohnimmobilien im Bestand, nachvollziehbar zu groß wurde. Der Kauf dieses Buches, insbesondere wegen des ausführlichen Teils über Stiftungsgründungen im Ausland und Vermögenserhalt im Ruhestand, hat sich für mich schon gelohnt.
Womit wir wieder bei der Diversifikation wären ;-)

Bei mir sieht das so aus.

Vermögensaufteilung insgesamt:
38% Immobilien vermietet
17% Immobilie selbstgenutzt
5% Investitionsrücklage für Immos
26% Aktien/ETF/ETC/Fonds
9% steuerfreier Altbestand LVs, Restlaufzeit 2-5 Jahre
5% private Rücklage
0% Verbindlichkeiten

Einzelaktien habe ich nur aus NA, EU und UK (bis auf Teva als Turnaround Spekulation), die anderen Bereiche decke ich über entsprechende Div. ETFs ab, da ich mir dort keine vernünftige Auswahl an einzelnen Werten zutraue.

Finanzplanung/Haushaltsbuch haben wir 2 Jahre vor unserem Ausstieg für 12 Monate geführt und danach gelassen. Gegen Ende jeden Jahres rechne ich die Einkünfte aus V+V grob hoch und vergleiche sie mit den geschätzten Ausgaben. Solange ich nicht auf die Einkünfte aus Kapitalvermögen zurück greifen muss und zusätzlich jeden Monat noch das passive Depot aufbauen kann, ohne die Rücklagen anzutasten, ist für mich die Welt in Ordnung.

Mein Plan ist es -wie Alexander schon angemerkt hat- nach und nach die Einzelwerte auf maximal 15-20 zu reduzieren und in die vorhandenen ETFs um zu schichten. Gleichzeitig möchte ich über die monatlichen Sparraten und Auszahlungen der LVs, den Wertpapieranteil bis auf die gleiche Größe des vermieteten Immobilienanteils aufbauen. Früher war ich auch im Private Equity Bereich investiert, aber das Risiko ist mir mittlerweile zu hoch und ich habe die Auszahlungen der Anlagen ins ETF Depot fliessen lassen.

Ich bin bisher in meinem Leben mit ausreichender Diversifikation bei den Anlagen (LVs, Immobilien, Firmenaufbau, Aktien/ETF, Grundbeitrag Rente) gut gefahren. Ob meine neue Ausrichtung für die Zukunft der richtige Weg ist, wer weiß...
Man soll es aber auch nicht übertreiben, denn es gibt außer Geldanlage, Börse und Altersplanung auch noch andere schöne Hobbys.



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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#6 von Chris K. , 06.03.2021 19:29

Ratz, ich finde das Thema grandios!

Vor allem, weil du nicht nur die Diversifikation innerhalb deines Depots ansprichst, sondern eben auch die anderen Asset-Klassen erwähnst.
Das machen viele andere nicht, die gehen 100% Aktien und nennen das ausreichend diversifiziert, weil sie Aktie A, B, C haben.
Ich "bespare" auch mein selbstgenutztes Wohneigentum um mich auch unabhängig von Mietpreiskapriolen zu Machen, Edelmetalle habe ich auch im Blick, aktuell ist mir der Einstieg jedoch zu teuer.

Ich habe ähnlich wie du einen Teil in ETFs (33%) und einen Teil in Einzeltitel (66%).
Die ETFs habe ich als Absicherung drin, denn Diversifikation hat natürlich 2 Seiten - du hast weniger Geld für absolute Cash- und Kursmaschinen übrig.

Ich denke mit 3-5 ETFs (für die Übergewichtung einzelner Märkte/Branchen) und 30 Einzeltitel am Ende der Depotaufbauphase, und eine abbezahlte Immobilie, und man kann als Rentner immer gut schlafen (plus ein bisschen Gold unterm Kopfkissen, falls die Welt untergeht).


 
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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#7 von Ddorfer ( gelöscht ) , 07.03.2021 07:03

Moin zusammen,

bei

Zitat von Ratz im Beitrag #1
1.) Aufteilung in verschiedene Klassen (so ungefähr, verändert sich auch anteilig immer wieder ein wenig):
a) Immobilien (vermietet) = 35%
b) Darlehen (privat) = 10%
c) Edelmetalle (physisch) = 12%
d) Wertpapiere (Aktien ETF & Einzel Aktien) = 33 %
e) Cash (Notgroschen für 6 Monate, beruhigt die Frau des Hauses) = 10 %



musste ich die alte Weisheit denken:
Ein erfolgreicher Mann verdient mehr Geld, als die Frau ausgeben kann.
Eine erfolgreiche Frau findet einen solchen Mann. :-)

Komme darauf, da man für das 3,5 fache dessen, was ihr in 6 Monaten raushaut, ne Immobilie bekommt. Den Plural (Immobilien steht da ja) mag ich mir gar nicht erst vorstellen. Nun ja... vielleicht habt ihr ja auch ne Garage vermietet - dann würde es passen ;-). Wobei... wenn es ne Garage ist, dann käme mir das Aktiendepot ziemlich kleinteilig vor ?! Die Branchen-ETF sind zwar nicht so meins, aber da ist halt jede Jeck angersch.

Ansonsten sehe ich dich gut aufgestellt. Diversifikadingsbums ist bekanntlich das einzige free Lunch an der Börse. Und über die Verteilung der Asset-Klassen steuert man eben seine Risikotragfähigkeit.

Nun ersma n Kaffee :-)


Ddorfer

RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#8 von Ratz , 07.03.2021 09:43

Einen wunderschönen guten Morgen !

Ich bin überrascht und freue mich über die vielen netten und konstruktiven Antworten...ich finde die Umgangsformen in diesem Forum sehr angenehm, danke !

Zitat von Kolovkolosh im Beitrag #2
PS: Oh, ein wichtiger Kritikpunkt dennoch = Heute ist Samstag.


Kolovkolosh, you make my day !


Zitat von Esquilax im Beitrag #3
Nochmal: Themen ETFs wie der Wasser ETF oder z. B. Gaming ETF widmen sich Trendthemen. Wer solche ETFS kauft, sollte oder muss sogar die Entwicklung aufmerksam verfolgen, weil dahinter kein breiter, etablierter Index steht. Das ist eigentlich nicht im ursprünglichen Sinne einer ETF-Anlage. Im Gegenteil, aus passiv wird aktiv.

Wer den MSCI World im Depot hat, benötigt keinen Wasser ETF oder auch keinen NASDAQ ETF. Einfach mal auf die Top Werte in den Fact-Sheets achten! Sie sind im MSCI World sowieso mit drin, oder kommen automatisch dazu, wenn sie so gut sind. Schlimmstenfalls und in der Regel verteuert man sogar einfach nur seine TER (Total Expanse Ratio) in der Gesamtbetrachtung.


Esquilax, mit den Themen ETF´s habt ihr wohl alle recht, da muß ich nochmal drüber nachdenken. Momentan habe ich aber auch einfach (noch) zu viel Spaß um mich auszuprobieren :-)


Zitat von Alexander im Beitrag #4
Kommt es zu einem richtigen Absturz der Weltwirtschaft, dann ist es egal, ob Immobilien, Aktien, Finanzanlagen usw. Es wird alles in den Keller gehen und Blut durch die Straßen fliesen (bildlich gesprochen). Vielleicht hält sich Gold ganz gut, muss man eher als Versicherung sehen.


Alexander, ich bin jetzt erst seit ein paar wenigen Jahren in Wertpapieren unterwegs und ich kenne die Tulpenmanie, die 29er Weltwirtschaftskrise und selbst die Dotcom-Blase und die 2008er Finanzkrise nur aus Erzählungen...also so finanztechnisch gesehen ;-) Allerdings hatte ich bei dem 2018er Einbruch und jetzt in der Covid-19 Krise erste Erfahrungen gesammelt und während ich 2018 doch leicht aufgeregt war, bin ich sehr gut durch das letzte Jahr gekommen (auch ein wenig Glück, hatte Ende Feb 2020 einen Großteil meiner Gewinne mitgenommen und konnte dann im April/Mai ganz nett und günstig wieder investieren.
Edelmetalle hat für mich mehrere Funktionen, eines ist ein Gegengewicht zu den Wertpapieren zu haben (hat letztes Jahr perfekt funktioniert, reduziert die Schwankungen in meinem Vermögen), die Möglichkeit es einfach und unkompliziert verschenken/vererben zu können...und es fühlt sich einfach gut an etwas zum Klimpern in der Hand zu haben :-)


Zitat von Unruheständler im Beitrag #5
Finanzplanung/Haushaltsbuch haben wir 2 Jahre vor unserem Ausstieg für 12 Monate geführt und danach gelassen


Unruheständler, ich bin ja noch auf den letzten Metern vor der Abzweigung ins Nicht-Berufsleben, bis dahin hilft mir das Haushaltsbuch meine Finanzen im Detail zu begleiten/betrachten natürlich bei meinen Entscheidungsfindungen.


Zitat von Chris K. im Beitrag #6
und eine abbezahlte Immobilie, und man kann als Rentner immer gut schlafen (plus ein bisschen Gold unterm Kopfkissen, falls die Welt untergeht).


Chris, das ist der Plan ! Leben in der eigenen Immobilie, regelmäßiges festes Einkommen (Renten, Mieterträge, Kapitalerträge) und für den Weltuntergang ein paar Konserven im Keller und etwas Glitzer im Safe !


Zitat von Ddorfer im Beitrag #7
Komme darauf, da man für das 3,5 fache dessen, was ihr in 6 Monaten raushaut, ne Immobilie bekommt. Den Plural (Immobilien steht da ja) mag ich mir gar nicht erst vorstellen. Nun ja... vielleicht habt ihr ja auch ne Garage vermietet - dann würde es passen ;-). Wobei... wenn es ne Garage ist, dann käme mir das Aktiendepot ziemlich kleinteilig vor ?! Die Branchen-ETF sind zwar nicht so meins, aber da ist halt jede Jeck angersch.


Ddorfer, ich muß schmunzeln, hatte mir noch überlegt ob sich jemand die Mühe macht um über die Prozentsätze hochzurechnen :-) Für die Kö oder die Maximilianstraße reicht es dann doch nicht, aber ein paar EW´s in günstigeren Kleinstädten dann doch.



Danke nochmal für alle Kommentare, hab schon einige Ansätze gefunden mit denen ich mich Beschäftigen kann !


Wünsche Euch einen charmanten Sonntag !
Ratz


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#9 von bpmeister , 07.03.2021 10:08

Ich denke mal, das der Düsseldorfer meint, das die Einkünfte aus Vermietung 35% betragen. Dazu kommt ja noch die Immobilie als Wert an sich.
Ich selber habe keine Immobilie. Ich decke dies in meinem Depot über Reits ab.


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#10 von Ddorfer ( gelöscht ) , 07.03.2021 11:26

Ja Moin,

dachte da nicht an die Mieteinnahmen (Beim Aktienanteil gehe ich ja auch nicht von den Dividenden aus),sondern habs halt inne Murmel überschlagen.

Bei nem "Notgroschen" von z.B. 3K pro Monat wäre da 18K Cash. Da bleibt dann für Immobilien das 3,5 fache, also knapp 65 K. Das passt nicht in mein Weltbild.
Und wenn man es andersherum rechnet.... also was "Immobilien" so wert sind..... dann plant der Kollege nen für mich absurd hohen Betrag pro Monat als "Notgroschen" ein.

Daher meine kognitive Dissonanz.

SG


Ddorfer

RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#11 von Ratz , 07.03.2021 12:08

Zitat von Ddorfer im Beitrag #10
Bei nem "Notgroschen" von z.B. 3K pro Monat wäre da 18K Cash. Da bleibt dann für Immobilien das 3,5 fache, also knapp 65 K. Das passt nicht in mein Weltbild.
Und wenn man es andersherum rechnet.... also was "Immobilien" so wert sind..... dann plant der Kollege nen für mich absurd hohen Betrag pro Monat als "Notgroschen" ein



Gosh!...muss ich da tatsächlich nochmal nachschieben: Mein Anteil "cash" beinhaltet sowohl mein Notgroschen für ca. 6 Monate als auch sämtliches zur Verfügung stehende Kapital für Investitionen...und ja, da wir uns in der aktuellen Lebenssituation für ein wenig mehr "is halt schön" entschieden haben, sind es schon fast 2k Miete...und nein, ich möchte jetzt keine Diskussion Eigenheim vs Miete starten ;-)


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#12 von Unruheständler , 07.03.2021 12:27

Ich rechne normalerweise mit einer persönlichen Liquiditätsreserve von ca. 12 monatlichen Lebenshaltungskosten, da ich nicht mehr berufstätig bin und noch keine Rente beziehe. Zur Zeit ist der Anteil aber höher, da ich im Wertpapierbereich nicht voll investiert bin.

Nur mal so als Benchmark, Kommer schlägt für den Ruhestand in seinem Buch 8-12 + bis zu 20% je nach Risikoneigung vor.



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zuletzt bearbeitet 07.03.2021 | Top

RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#13 von Ratz , 07.03.2021 12:31

Da mein Frauchen auch fleißig arbeitet und wir beide im Fall der Fälle 7 Monate Kündigungsfrist hätten + 18 Monate Arbeitslosengeld = 25 Monate gesicherte Finanzierung, sehe ich die 6 Monate cash reserve schon als eher zu hoch an...aber ich habe ja nix zu entscheiden :-)


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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#14 von Unruheständler , 07.03.2021 12:53

Zitat von Ratz im Beitrag #13
Da mein Frauchen auch fleißig arbeitet und wir beide im Fall der Fälle 7 Monate Kündigungsfrist hätten + 18 Monate Arbeitslosengeld = 25 Monate gesicherte Finanzierung, sehe ich die 6 Monate cash reserve schon als eher zu hoch an...aber ich habe ja nix zu entscheiden :-)


Für deine jetzige Situation ja, für den "vorzeitigen" Ruhestand nein



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RE: Zauberwort Diversifikation oder Wann ist genug genug ?

#15 von Ddorfer ( gelöscht ) , 08.03.2021 06:43

Zitat von Unruheständler im Beitrag #14
Für deine jetzige Situation ja, für den "vorzeitigen" Ruhestand nein wink]


Darum hat er ja auch jetzt die Opportunitätskosten an der Backe :-(

Diese jedoch werden günstiger sein als die Folgen des Versuchs, sich dafür mit seiner Regierung anzulegen ;-)
Ja ja... wir Unterdrückten müssen zusammenhalten :-)


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