Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#1 von Ratz , 23.06.2021 20:02

Guten Abend,

ich hatte heute doch eine etwas intensivere Diskussion über das Setzen von dynamischen stop loss orders und da ich natürlich (so ganz objektiv gesprochen) wie immer mit meiner Meinung 100% im Recht bin, benötige ich jetzt euren Zuspruch oder alternativ haut ihr mir auch nochmal (verbal) auf die Nase

Meinereiner hält von stop loss orders bei einer buy and hold Strategie (ob Dividende oder Wachstum, völlig egal) so absolut gar nichts....buy and hold, weil ich von einem Unternehmen langfristig überzeugt bin und mich auch bei Rücksetzern nicht aus der Ruhe bringen lasse, sondern ganz im Gegenteil diese als nette Gelegenheit zum günstigen Aufstocken meiner Position sehe. Trotzdem habe ich natürlich ein kritisches Auge auf die einzelnen Firmen um evtl. negative Geschäftsentwicklungen nicht völlig aus dem Blick zu verlieren....aber alles in allem, eher ein entspannteres Investieren.

Wenn ich aber eher eine Tradingstrategie verfolge, dann wäre für mich das Setzen einer stop loss order eine Risikoabschätzung nach oben (Gewinnmitnahme) und nach unten (Verlustbegrenzung). Bei dieser Strategie ist mir aber auch die mittel- oder langfristige Perspektive eines Unternehmens völlig egal, es geht ausschließlich um das Momentum.

Wenn ich jetzt noch bei "meiner" buy and hold Strategie eine ausreichende Risikoverteilung über die Diversifikation beachte, dann kann ich doch ganz ruhig schlafen. Einzelne Ausfälle, wie z.B. Wirecard (da war ich wohl eher mit einer Gier-Strategie unterwegs) sind zwar ärgerlich, aber letztendlich für das Gesamtportfolie ein kleines unwichtiges Rauschen.

So, das musste jetzt mal gesagt werden !

Wünsche allen Fußballbegeisterten EM-Mitfieberer einen erfolgreichen Abend, ich habe das Weizen schonmal kalt gestellt !

Ratz


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RE: Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#2 von bpmeister , 24.06.2021 10:24

Sehe ich genauso wie Du. Ich setze auch keine Orders. Weder beim Kauf noch beim Verkauf. Kaufe aber auch kaum Marktenge Aktien.
Wenn ich langfristig von meinen Investments überzeugt bin, dann verkaufe ich auch nicht bei einem Rutsch von 30%.
Sollte sich grundlegendes am Geschäft meiner Investments für mich zum Negativen ändern, dann wird die Position verkauft und in eine andere Aktie investiert.

Das war aber gestern auch wieder ein Rumgegurke.


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RE: Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#3 von Chris K. , 24.06.2021 11:29

Stop Loss hat Vor- und Nachteile.

Vorteil ist, dass du Gewinne realisierst die nicht nachhaltig sind.

Nachteil ist, wenn die Kursentwicklung nachhaltig ist, und du hast 2-3 Korrekturen drin, dann hast du die Transaktionskosten von Verkauf/Nachkauf.
Und natürlich kannst du Performance verlieren, wenn du da zu lange mit dem Nachkauf wartest. Das ist gerade den großen institutionellen Anlegern im Corona-Crash passiert.

Da ich größtenteils Blue Chips habe von denen ich überzeugt bin, verzichte ich auf Stop Losses. Kann dann aber auch sein ich falle damit auf die Schnauze wenn es zu einem langfristigen Bärenmarkt kommt. Das Szenario gab es allerdings nur 2x in den letzten 100 Jahren, und selbst das wurde aufgeholt.


 
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RE: Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#4 von EinThüringer , 24.06.2021 14:33

Ich nutze den trailing stop loss nur bei geplanten Verkäufen.

Geplante Verkäufe stehen bei mir an, wenn sich ein Wert sehr gut entwickelt hat (= Verdreifachung) und ich meine Einstandssumme (+ 1% pro gehaltenem Monat) wieder raushaben will. Dann setzte ich den Stop Loss auf 5 - 10% und warte wie sich der Wert weiter verhält. Kann ja nur gewinnen.

Ich liebe Fußball, aber die Identifikation mit dem Haufen da ist bei mir schon lange weg.


 
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RE: Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#5 von Esquilax , 26.06.2021 16:23

Ich glaube, ich habe gerade 31 Positionen im Depot. Ich haben derzeit keinen einzigen Stop gesetzt. Habe allerdings auch keine Ahnung, ob ich als leuchtendes Vorbild tauge (Ich weiß, dass ich weiß, dass ich nichts weiß...).

Vor dem Corona-Crash hatte ich 2 Trailing-Stop-Losses (Alibaba und Generel Electric) gesetzt, die sich dann auch ausgelöst haben. Das war auch okay so, waren schöne Gewinne. Andererseits, hätte ich gar nichts gemacht, wären die Gewinnschwellen weitaus höher ausgefallen und Alibaba habe ich mir dann sogar wieder eingekauft.

Es kommt wie immer ganz darauf an. Es ist speziell und vor allem individuell.
Wer bei einer langfristigen Buy&Hold Strategie ist, dürfte gute, sichere Positionen haben. Oder sollte das besser gesagt, da muss man die Täler, Crashs und schwarzen Schwäne einfach nur aussitzen.

Bei ETFs ist es ohnehin praktisch egal.

Summasummarum. Kann man machen, muss man aber nicht.


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RE: Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#6 von bpmeister , 28.06.2021 09:29

Hier mal ein Beitrag von Michael C. Kissing zum Thema Stop-Loss.


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RE: Dynamischer stop loss - Sinnvoll oder Sinnlos

#7 von DivAnleger , 18.02.2022 18:47

Entscheidend ist die Strategie im Depot und der Aktie.
Einen Dividendenwert mit 'Stop' zu verkaufen passt nicht recht.
Aber wer hat eine wirklich 100% Strategie ?
Ich möchte mit ca. 5% vom Depot auch mal spekulieren und da ist der 'Trailing-Stop-Loss' ein Traum.

Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.

Ein weiterer Grund kann die Veränderung der Dividendenrendite sein.
Die Telekom bei ca. 9,- gekauft hat eine Rendite von gut 6%
ist aktuell bei 17,- Rendite ca. 3,8%
OK, MEINE Rendite ändert sich nicht.
Jetzt sinkt der Kurs, weshalb ? Schlechte Gewinnaussichten z.B. also sinkende Dividende
Jetzt ändert sich auch MEINE Rendite.
Und beim Verkauf der Telekom könnte ich mir vom Erlös eine andere Aktie mit höherer Rendite kaufen ...

Am Ende ist alles eine Frage der Summe, der Ziele und der Einschätzung.
Wir sind frei in unseren Entscheidungen zum Kauf und zum Verkauf.


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